Chinesische Bambusschnitzkunst aus dem Shanghai Museum
Die 60 exquisiten Bambusschnitzereien, die aus der umfangreichen Sammlung des Shanghai Museums ausgewählt wurden, stellen die Errungenschaften, Merkmale und Techniken der einzigartigen chinesischen Bambusschnitzkunst vom frühen 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dar und lädt Sie in eine Welt des traditionellen chinesischen Kunsthandwerks und des gebildeten Lebensstils in der Region Jiangnan ein.
Die Live-Stream Vernissage vom 23. Februar 2022 kann hier nachgeschaut werden.
1FL TV Beitrag
Qing-Dynastie (1644-1911), Feng Xilu, während der Kan-gxi-Zeit (1662-1722) aktiv, H: 4 cm, L: 6 cm, Shanghai, ShanghaiMuseum, Inv.-Nr. 62711 Feng Xilu, auch be-kannt als Yihou, stammte aus Jiading. Er war gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Xijue und Xizhang in der Kan-gxi- (1662-1722) und Yongzheng-Zeit (1723-1735) als Schnitzer aktiv. Als begabter Bambuswurzelschnitzer wurde er 1703 gemeinsam mit seinem Bruder Xizhang an den Hof in der Verbotenen Stadt in Beijing berufen. Während seiner Zeit als Künstler bei Hofe brachte er das Wesen der Bambusschnitzerei aus Jiading in das Kunst-handwerk der kaiserlichen Hauptstadt ein. Er war wegen seiner Kreativität und seines Könnens der berühmteste der Brüder. Dieses nur daumenspitzengrosse Stück wur-de aus einem Bambusrhizom geschnitzt. Der kleine Ball ist eine durchbrochene Arbeit.
Qing-Dynastie (1644-1911), Deng Fujia, während der Qianlong-Zeit (1736-1795) aktiv, H: 3,8cm, L: 9 cm, B: 12,2 cm, Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 7372 Deng Fujia, auch bekannt als Yongji, stammte aus der Provinz Fujian und lebte später in Jiading (heute Shanghai). Er war während der Yongzheng- (1723-1735) und Qianlong-Zeit (1736-1796) aktiv, galt als begabter Landschaftsmaler und ist auch für seine Schnitzereien mit Blumenmotiven berühmt. Dieses Pinselreinigungsgefäss wurde aus einem voluminösen unterirdischen Stück Halm nahe der Bambuswurzel hergestellt, lebhaft wie ein Stück Kiefernzweig geschnitzt. Es trägt in Intaglio die Marke Yongji in Kanzlei Schrift auf der Unterseite. Das Victoria and Albert Museum in London besitzt ein ähnliches Stück mit derselben Technik und Marke.
Qing-Dynastie (1644-1911), Shi Tianzhang, von der späten Kangxi-Zeit bis zur frühen Qianlong-Zeit (ca. 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts) aktiv, H: 6,7 cm, B: 5,9 cm, Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 10403 Der Buddhist Ar-hat sitzt auf einem Felsen und lächelt, als habe er soeben Buddhas Lehre verstanden.
Qing-Dynastie (1644-1911), H: 27,5 cm; L: 14 cm, B: 11,1 cm (unten); L: 17 cm, B: 14,4 cm (Bauch), Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 24297 Dieses aus einem unterirdischen Bambushalm geschnitzte Werk ist die Nachbildung eines You, einer Art antikem bronzenen Weingefäss. Der äussere Ring des Deckels ist mit einem recht-eckigen Spiralmuster verziert, während schnurförmige Muster und Monstermaskendesigns die Mitte des Gefässes do minieren. Der untere Teil des Gefässes ist mit einem Wolken- und Donnermuster verziert. Ein Kettenhenkel ist mit zwei Ringen verbunden, die durch die Monstermaske getrennt sind. Auf einer Seite gibt es flache geschnitzte Inschriften: penghu (ein Paradiesberg über dem Meer) und ein Wen Peng (1498-1573) zuge-schriebenes Gedicht darunter.
späte Ming- und frühe Qing-Dynastie (ca. Mitte des 17. Jahrhunderts), Zhu Sansong, von der Wanli- bis zur Chongzhen-Zeit (1573-1644) aktiv, H: 14,2 cm, D: 10,7 cm (oben), D: 10,7 cm (unten), Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 62229 Hier handelt es sich um eine Haushaltszene im berühmten Drama Das Westzimmer (verfasst zwischen 1295 und 1307), in der die Heldin Cui Yingying einen Brief von ihrem Liebhaber Zhang liest, den ihr heimlich ihre Dienerin überbracht hat.
Der Künstler benutzte das Messer in der Art wie ein Pinsel die Malerei. Die Gewässer im Vordergrund und die Berge im Hintergrund sind in einheitlichen und zuversichtlichen Schnitten in einem einfachen aber temperamentvollen Stil eingetieft. Über der Landschaftsszene gab Zhou Hao an, er habe die Landschaft nach den Bildern des Malers Ni Zan aus der Yuan-Dynastie geschnitzt, der malte, aber frei von der materiellen Welt die sichtbare Szenerie überwand. Daher kommen alle Berge und Gewässer aus dem Inneren seines Herzens. Im Vergleich zu den dichten Malereien mit mehreren Lagen von Pinselstrichen neigte Zhou Hao dazu, bei seinen Bambusschnitzereien weniger Striche und sparsamere Kompositionen zu verwenden, was seinen aufrechten Charakter wiederspiegelt.
Qing-Dynastie (1644-1911), Wang Qi, von der Qianlong-Zeit bis zur frühen Jiaqing-Zeit (von 1736 bis Anfang des 19.Jahrhunderts) aktiv, L: 35 cm, B: 8 cm, Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 39364 Die Handgelenkauflage zeigt den vollständigen Text der Ode an den Herbst-klang des berühmten Dichters Ouyang Xiu (1007-1072). Der Schnitzer hat auch das Herstellungsdatum und den Herstellungsort angegeben: die Arbeit entstand im siebten Jahr der Jiaqing-Zeit (1802) im Qiuzi Studio.
Qing-Dynastie (1644-1911), Cai Zhao, Mitte des 19. Jahr-hunderts aktiv, L: 24,4 cm, B: 6,7 cm, Shanghai, Shang-hai-Museum, Inv.-Nr. 33099 Cai Zhao (1821-?), ursprünglich Zhaochu genannt, auch als Rongzhuang bekannt, stammte aus Xiaoshan, Provinz Zhejiang und war während der späten Qing-Dynastie (1840-1911) aktiv. Er war ein hervorragender Holzschnitzkünstler und Siegelschnit-zer. Im Bereich der Bambusschnitzerei war Cai für seine flachen Intaglio-Schnitzereien bekannt. Die meisten seiner Fächergestelle und Hand - gelenkauflagen waren inspiriert von den Malereien von Ren Xiong (1823-1911). Diese Handgelenkauflage mit dem Porträt von Huang Shigong (? – 195 v.u.Z.). Die Intaglio-Schnitzerei trägt die Inschrift «Huang Shigong, der wahre Einsiedler der Qin-Dynastie» (221 v.u.Z.-207 v.u.Z.).
Qing-Dynastie (1644-1911), Zhang Xihuang, in der frühen Qing-Dynastie (von der zweiten Hälfte des 17. bis ins frühe 18. Jahrhundert) aktiv, H: 10,3 cm, D: 5,6 cm, Shanghai, Shanghai-Museum, Inv.-Nr. 16645 Ein kleiner Hof vor einem Berg, umgeben von Bäumen und Felsen. Zwei Jungen bedienen in der Hütte. Sie zeigt das perfekte friedliche entspannte Leben, wie es in der seitlich angebrachten Inschrift mit einem Gedicht über die Einsiedelei von Tao Yuanming (ca. 365-427) geschildert wird.
nach 1911, Xu Subai (1909-1975), L: 30,9 cm, B: 11 cm, Shanghai, Shanghai Museum, Inv.-Nr. 24959 Xu Subai, auch bekannt als Xiaozhong, stammte aus Wujin in der Provinz Jiangsu. Er ist ein berühmter Schnitzer der Moderne und für seine Arbeiten in Reliefschnitzerei, durchbrochener Arbeit, Intaglio und Liuqing (auf die Schale beschränkte Basrelief-Schnitzerei) bekannt. Xu nahm die reiche Schnitzereitradition auf, um neue Wege zu eröffnen. Seine Liuqing Schnitzereien werden von seinen Zeit-genossen besonders geschätzt. Aufgrund der häufigen Zusammenarbeit mit Kalligraphen und Malern aus Shanghai haben seine Arbeiten dieselbe Ästhetik. Das Bild auf dieser Handgelenkauflage stammt von einem Gemälde von Jiang Hanting (1903-1963), einem berühmten Maler der Shanghai-Schule.